Die 6-fach Schutzimpfung (DTaP-IPV-Hib-HB)

Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Hib- Poliomyelitis-Hepatitis-B-Schutzimpfung (DTaP-Hib-IPV-HB) für Säuglinge und Kinder

Grundimmunisierung

Die Grundimmunisierung besteht aus 4 Impfungen. Dabei erfolgen die ersten drei Injektionen im Abstand von 4-6 Wochen und eine vierte im 2. Lebensjahr. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Impfungen ab dem 2. Lebensmonat durchzuführen, wobei fehlende Injektionen bis um 3. Lebensjahr nachgeholt werden können. 

Der Sechsfachimpfstoff (DtaP-IPV-Hib-HB) beinhaltet die folgenden Komponenten:

  • D = Diphtherie
  • t = Tetanus
  • aP = azelluläre Pertussis
  • IPV = inaktivierte Polio Vakzine
  • Hib = Haemophilus influenzae Typ b
  • HB = Hepatitis B

WER SOLLTE GEIMPFT WERDEN?

 

Die WHO empfiehlt alle Kinder vom 2. Lebensmonat bis zum 3. Lebensjahr zu impfen.
Dabei sollte die Grundimmunisierung so früh wie möglich erfolgen.  

Diphterie

WAS IST DIPHTHERIE?

 

Diphtherie ist eine akute, lebensbedrohende Schleimhautinfektion.

Ursache

Diphteriebakterien

Symptome 

Schäden des Nervensystems;

Lähmungen der Gesichts- und Rumpfmuskulatur;

Versagen der Atemmuskulatur 

Ansteckung

Übertragung von Mensch zu Mensch;
über Atemluft


KRANKHEITSBILD VON DIPHTHERIE

 

Bei der Diphtherie lasen sich mehrere Krankheitsformen unterscheiden: 

  • Rachen- und Kehlkopfdiphtherie
  • Nasendiphtherie
  • Toxische Diphtherie

Bei allen Formen kann es zu Schäden des Nervensystems, Lähmungen der Gesichts- und Rumpfmuskulatur oder zum Versagen der Atemmuskulatur kommen. Der einzige Schutz ist eine rechtzeitig vollständig durchgeführte Schutzimpfung!


BEHANDLUNG VON DIPHTHERIE

 

Betroffene müssen bereits bei Verdacht auf Diphtherie mit Antitoxinen behandelt werden. Gleichzeitig sind hochdosierte Antibiotika erforderlich. Intensiv-medizinische Maßnahmen zur Stabilisierung der Atmung und der Herz-Kreislauforgane ergänzen die Behandlung. Aufgrund der Ansteckungsgefahr werden die Patienten isoliert. Bei Kontaktpersonen, die noch nicht über einen vollständigen Impfschutz verfügen, wird sofort eine Grundimmunisierung eingeleitet. Kontaktpersonen, deren vollständige Impfung (mindestens 3 Impfdosen) länger als 5 Jahre zurückliegt, erhalten eine Auffrischung.

 

ÜBERTRAGUNG VON DIPHTHERIE

 

Diphtherie kommt auf der ganzen Welt vor und wird über die Atemluft übertragen. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts traten auch in Europa große Epidemien auf. Auf Grund von Impfungen ging die Diphtherie in Deutschland deutlich zurück. Eine weiterhin konsequente Durchführung der Schutzimpfung ist aber bei uns unbedingt erforderlich, da Diphtherie insbesondere in osteuropäischen Ländern verbreitet ist und jederzeit eingeschleppt werden kann. Das Bakterium breitet sich in einer ungeimpften Bevölkerung ungehindert aus. In Deutschland verfügen zurzeit mindestens 20% der Jugendlichen und 60% der Erwachsenen über keinen ausreichenden Impfschutz.

 

HÄUFIGKEIT VON DIPHTHERIE

  • Verbreitung:         weltweit (erhöhtes Risiko in Osteuropa)
  • Todesfälle:            erhöhte Epidemiegefahr

Tetanus

WAS IST TETANUS?

 

Tetanus ist eine lebensgefährliche Krankheit für Menschen in jedem Alter.

Ursache

Tetanusbakterien (v.a. in Schmutz, Erde, Straßenstaub, menschlichen/tierischen Fäkalien)

Symptome 

schweren Muskelkrämpfe und Lähmungen

Ansteckung

durch Verletzungen der Haut oder Schleimhaut
(z.B. Schnitt-, Riss-, Biss- oder Kratzverletzungen);

keine Übertragung von Mensch zu Mensch 

Inkubation

3 Tage - 4 Wochen (abhängig von Toxinmenge);

selten länger


KRANKHEITSBILD VON TETANUS

 

Ist das Tetanusbakterium einmal im menschlichen Körper eingedrungen, vermehrt es sich und bildet ein gefährliches Gift. Dieses führt zu schweren Muskelkrämpfen. Diese können so stark ausgeprägt sein, dass es sogar zu Muskelrissen und Knochenbrüchen kommen kann. Äußerst bedrohlich wird der Krankheitszustand, wenn die Krämpfe auf die Atemmuskulatur übergehen und zu Erstickungsanfällen führen. In einigen Fällen kann das Toxin auch die inneren Organe (Herz, Bauchspeicheldrüse, Nervensystem) schädigen. Die Körpertemperatur der Betroffenen ist im Gegensatz zu anderen Infektionen nur leicht erhöht. 


BEHANDLUNG VON TETANUS

 

Nach einer Tetanusinfektion kann man nur die Symptome behandeln. Nach einer Verletzung muss die Wunde sorgfältig gereinigt werden. Eine Tetanusimpfung kann die Bakterien nicht neutralisieren, sondern wirkt nur gegen das Tetanustoxin. Eine Behandlung mit Antibiotika kann eine Toxinbildung vermindern. Trotz moderner Behandlungsmethoden sind die Heilungschancen besonders bei älteren Menschen schlecht. Der einzige Schutz ist eine vollständige Grundimpfung.

 

HÄUFIGKEIT VON TETANUS

  • Verbreitung:         weltweit
  • Todesfälle:            Sterblichkeit beträgt bei ungeimpften Personem mehr als 30%;
                                  jährlich sterben etwa 300.000 Neugeborene durch Tetanus (WHO)  

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unterstützt PAMPERS das weltweite Impfprogramm der UNICEF. Gemeinsam kämpfen sie in Entwicklungsländern

gegen Tetanus bei Neugeborenen und Müttern.


Keuchhusten (Pertussis)

WAS IST KEUCHHUSTEN (PERTUSSIS)?


Bei Pertussis, auch Keuchhusten genannt, handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung,
die insbesondere im Säuglingsalter einen schweren Verlauf nehmen kann. 

Ursache

Bordetella Pertusis Bakterien

Symptome  schwere Hustenanfälle und Krämpfe
Ansteckung

Übertragung von Mensch zu Mensch;

bis zu 40 Tage ansteckend

Inkubation

7-14 Tage


KRANKHEITSBILD VON KEUCHHUSTEN (PERTUSSIS)


Keuchhusten beginnt meist wie eine normale Erkrankung. In der ersten Woche leiden die Patienten unter Husten, dann schließt sich ein fieberfreies Stadium begleitet von schweren Hustenanfällen an, eventuell mit Krämpfen der Kehlkopf- und Atemmuskulatur. Häufig erbrechen die Patienten anschließend zähen, glasigen Schleim. Durch die schweren Hustenanfälle kann es zu Lungenblähungen und Schleimhautblutungen in der Nase kommen. Zwar bildet sich der Keuchhusten zurück, bei Kindern kann es allerdings zu Rückfällen und

schweren Komplikationen kommen.

Bedrohlich wird Keuchhusten besonders bei Säuglingen. Sie leiden dabei häufig an Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Blutungen im Augenbindegewebe sowie Brechdurchfall. Besonders gefährlich sind neurologische Komplikationen mit starken Krämpfen bis hin zur Bewusstlosigkeit. 50% dieser Fälle enden tödlich! Die Dauer des Keuchhustens beträgt sechs bis zwölf Wochen. 

 

BEHANDLUNG VON KEUCHHUSTEN (PERTUSSIS)

Keuchhustenpatienten bedürfen einer sorgsamen Pflege, sie brauchen hustenstillende Mittel und viel frische Luft. Dank der Antibiotikatherapie konnte die Zahl der Todesfälle deutlich gesenkt werden, allerdings sind in 70% der Sterbefälle Säuglinge betroffen. Der einzige Schutz vor den Keuchhustenerregern ist die Schutzimpfung. Neugeborene besitzen keine schützenden Antikörper. Nach einer durchgemachten Infektion besteht eine Immunität, die jedoch nach Jahrzehnten nachlässt.  

 

HÄUFIGKEIT VON KEUCHHUSTEN

  • Verbreitung:         weltweit
  • Todesfälle:            hohe Sterberate bei Säuglingen (Impfung ab 3. Monat empfohlen)

Kinderlähmung (Poliomyelitis)

WAS IST KINDERLÄHMUNG (POLIOMYELITIS)?

 

Poliomyelitis, im Volksmund auch als Kinderlähmung bekannt, ist eine Viruserkrankung,
die nicht nur bei Kindern sondern auch bei Erwachsenen auftreten kann. 

Ursache

Polioviren

Symptome  bleibende Muskellähmungen
Ansteckung

Übertragung von Mensch zu Mensch;

durch fäkale Schmutz- und Schmierinfektionen;

bis zu 5 Monate hochgradig ansteckend

Inkubation

bis zu 5 Wochen


KRANKHEITSBILD DER KINDERLÄHMUNG (POLIOMYELITIS)

 

Bei über 90% der infizierten Personen verläuft die Poliomyelitis ohne Symptome, die Betroffenen sind aber trotzdem Virusüberträger. Etwa 5% leiden an Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, Erbrechen und Durchfällen, eventuell begleitet von einer Hirnhautentzündung. Nur bei wenigen Menschen treten typische Symptome wie Lähmungen der Arme und Beine auf. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Lähmung der Atemmuskulatur kommen, was eine künstliche Beatmung erforderlich macht. Die meisten an Poliomyelitis Erkrankten behalten Restschäden, so dass sie lebenslang behindert sind. 

 

BEHANDLUNG DER KINDERLÄHMUNG (POLIOMYELITIS)

 

Im Krankheitsfall muss strenge Bettruhe in muskelentspannender Lage eingehalten und gegebenenfalls künstlich beatmet werden. Eine Isolierung ist erforderlich. Personen, die mit infizierten Patienten in Kontakt kamen (Schule, Familie, usw.) müssen umgehend eine Schutzimpfung erhalten. Medikamente, mit denen man Kinderlähmung heilen kann, gibt es nicht. 

 

ÜBERTRAGUNG DER KINDERLÄHMUNG (POLIOMYELITIS)

 

Dank der Einführung der Schluckimpfung konnten die Polioviren in ganz Nord-, Mittel- und Südamerika ausgerottet werden. In Europa kam es 1996 zu einem Ausbruch in Albanien, bei dem 80 Personen erkrankten. Aber auch in anderen europäischen Staaten wurden wieder Polioviren nachgewiesen. In Asien und Afrika ist das Virus noch in einzelnen Ländern verbreitet. Zwar gab es Dank der Schutzimpfung in Deutschland seit 1985 keine Krankheitsfälle mehr, der von einheimischen Viren verursacht wurde, nach wie vor besteht aber die Gefahr, dass das Virus von rückkehrenden Reisenden und Immigranten aus betroffenen Gebieten eingeschleppt wird. Bei unzureichendem Impfschutz einzelner Bevölkerungsgruppen können lokale Epidemien entstehen. 

 

HÄUFIGKEIT DER KINDERLÄHMUNG (POLIOMYELITIS)

  • Verbreitung:         Afrika, Asien und Osteuropa
  • Todesfälle:           kann in seltenen Fällen einer Lähmung der Atemmuskulatur tödlich enden

Hib-Haemophilus-Influenzae-Typ-B

WAS IST HIB (HAEMOPHILUS INFLUENZAE TYP B)?

 

Die Haemophilus influenzae Typ b (Hib) Bakterien verursachen insbesondere bei Kleinkindern schwere Infektionen. 

Gefürchtet sind vor allem Lungen- und Hirnhautentzündungen

Ursache

Haemophilus influenza Typ b Bakterien

Symptome 

Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen;

Lungen- und Hirnhautentzündungen

Ansteckung

Übertragung von Mensch zu Mensch;
Tröpfcheninfektion

Inkubation

2-5 Tage;
häufiger Jungen betroffen


KRANKHEITSBILD VON HIB

 

Eine Erkrankung durch Hib-Bakterien beschränkt sich meist auf den Nasen-Rachenraum und verursacht dort fieberhafte Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen. Gefürchtet sind Komplikationen wie Hirnhautentzündungen und Schleimhautentzündungen des Kehldeckels und des Kehlkopfeingangs.

 

Besonders gefährlich sind diese Krankheiten im Säuglings- und Kindesalter. Säuglinge besitzen in den ersten 2-3 Lebensmonaten noch schützende Antikörper aus dem mütterlichen Blut. Danach beginnt in dem noch unreifen kindlichen Immunsystem ein schutzloses Intervall. Hier kann eine Kehlkopfentzündung über Atemnot und Erstickungsanfälle rasch zum Schock und zum Tode führen. Die Hirnhautentzündung verläuft in 1-5% tödlich. Überlebende leiden zu einem Drittel an Hörstörungen oder Entwicklungsverzögerung.

 

Zwischen dem 3. Lebensmonat und 5. Lebensjahr sind Kinder besonders gefährdet. Erst im Alter von 6 Jahren besitzen Kinder eigene Antikörper. Gefährlich kann die Infektion auch im Seniorenalter werden. Neben Hirnhautentzündung und Kehldeckelentzündung gibt es weitere schwere Erkrankungen, z.B. Lungenentzündung, Herzklappen- und Herzbeutelentzündung, Gelenk- und Knochenentzündung. 

 

BEHANDLUNG VON HIB


Die Behandlung erfolgt antibiotisch, eventuell sind intensiv-medizinische Maßnahmen mit Beatmung erforderlich. Solange sich die Keime im Nasen- und Rachenraum aufhalten, sind die betroffenen Personen ansteckend. Infizierte Kinder müssen, solange sie noch nicht wirksam behandelt worden sind, isoliert werden, um Keime nicht auf andere Menschen zu übertragen. Schutz vor der Erkrankung bietet nur eine rechtzeitig durchgeführte Schutzimpfung!

 

HÄUFIGKEIT VON HIB

  • Verbreitung:        weltweit
  • Todesfälle:           kann bei einer Kehlkopfentzündung durch Atemnot und Erstickungsanfälle tödlich enden
                                 30% aller Hirnhautentzündungen werden durch Hib-Bakterien verursacht, davon verlaufen 1-5% tödlich

Hepatitis B

WAS IST HEPATITIS B?

 

Hepatistis B ist eine schwere Virusinfektion der Leber.  

Ursache

Hepatitis-B Virus (HBV)

Symptome  siehe Krankheitsbild
Ansteckung

Übertragung von Mensch zu Mensch;

über Blut oder Körperflüssigkeiten
über unverletzte Schleimhäute;
ungeschützter Geschlechtsverkehr;
jeder HBV-Träger ist ansteckend

Inkubation

1-4 Monate


KRANKHEITSBILD VON HEPATITIS B

 

Das Krankheitsbild einer Hepatitis B kann sehr unterschiedlich verlaufen. Gelangt das HBV nur in kleinen Dosen in den Körper (z.B. durch Schleimhautkontakt) ist die Krankheit oft nicht erkennbar; eine größere Virusmenge führt dagegen zu einer starken Virusvermehrung. Die Krankheit entwickelt sich 1-4 Monate nach Infektion mit HBV. Sie beginnt mit Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchbeschwerden, oft begleitet von leichtem Fieber, Gelenkentzündungen und Hautausschlag. Mit dem Beginn der Gelbsucht (Augen und Haut verfärben sich gelb) verschwinden die Symptome. Allerdings treten Müdigkeit und Abgeschlagenheit auf. Diese Phase dauert etwa 2-3 Wochen. Eine vollständige Heilung kann jedoch Monate dauern. 

 

BEHANDLUNG VON HEPATITIS B

 

Viele Menschen leiden unbemerkt an einer chronischen Hepatitis B, ohne die akute Krankheitsphase durchgemacht zu haben. Bei infizierten Neugeborenen und Personen mit schwachem Immunsystem können sich die Viren in großen Mengen vermehren. Dieser Personenkreis ist daher hoch ansteckend. Ältere Kinder und Erwachsene mit intaktem Immunsystem überwinden die Leberentzündung im Normalfall und erhalten dadurch eine natürliche, lebenslange Immunität. Während einer Schwangerschaft verläuft Hepatitis B nicht schwerer und wird normalerweise auch nicht auf das Kind übertragen. Allerdings kann die Mutter ihr Neugeborenes während der Geburt infizieren. Eine spezifische Behandlung der Hepatits B ist möglich, jedoch in der chronischen Phase oft nicht mehr erfolgreich. 

 

HÄUFIGKEIT VON HEPATITIS B

  • Verbreitung:        weltweit (erhöhtes Risiko in Nordamerika, Australien, Zentralafrika und Südostasien);
                                 in Deutschland schätzt man die Zahl der Neuinfektionen auf etwa 50.000 Fälle pro Jahr;
                                 erhöhtes Risiko für medizinisches Personal; Dialyse-/Transfusions-Patienten, Personen mit chron. Leberkrankheiten;        
                                 Homosexuelle; Drogenabhängige; Prostituierte; sowie Personen, die zu den Risikogruppen direkten Kontakt haben
  • Todesfälle:           oft sterben Patienten nach einem unerkannten chronischen Verlauf an Leberzirrhose oder Leberkrebs