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Laufen Lernen - Kinderfußmode im Vergleich

Die Wahl der ersten Schuhe zählt zu den schwierigsten Entscheidungen, die Eltern bezüglich der Gaderobe ihrer Kinder treffen müssen. Denn während ein schlecht sitzendes T-Shirt vielleicht nur ein müdes Lächeln bei der Verwandtschaft auslöst oder eine zu enge Hose den Unmut des Kindes hevorruft, kann das falsche Schuhwerk schwerwiegende Folgen haben.

 

Aus diesem Grund empfehlen einige Orthopäden und Kinderärzte sogar, auf feste Schuhe so lange wie möglich zu verzichten. Dies soll etwaigen Fehlstellungen oder gar Verformungen vorbeugen und eine optimale Entwicklung der kindlichen Füße ermöglichen. Da wir die Kleinen aber nicht ihr Leben lang "schuhlos" herumlaufen lassen wollen, haben wir uns für Euch mit vier unterschiedlichen "Fußbekleidungen" auseinandergesetzt und geprüft, welche Variante für frischgebackene Läufer am besten geeignet ist.



Obwohl so manche Schuhgrößentabelle eine andere Vermutung nahe legt, ist die Wahl der richtigen Schuhe nicht vom Alter des Kindes, sondern von dessen aktueller Entwicklungsstufe abhängig. Denn obwohl es eigentlich keinen Unterschied machen sollte, welches Modell die Kleinen an den Füßen tragen, kann die jeweilige Machart eines Schuhes die Bewegungsfreiheit fördern oder einschränken. Denn auch wenn es eine witzige Vorstellung wäre, so geht doch niemand in Gummistiefeln zum Tanzabschlußball...  Welche Varianten stehen also für kleine Laufanfänger zur Wahl?

1. Barfuß

 

Laufen lernen, wie Gott uns schuf - das läge wohl am ehesten im Interesse der eingangs erwähnten Schuhkritiker. Nicht zuletzt stellt Barfußlaufen die natürlichste Methode dar um Kinderfüße ans Laufen zu gewöhnen.


So lernen die Kleinen im direkten Kontakt mit dem Untergrund nicht nur ihre Füße richtig abzurollen und ihr eigenes Körpergewicht auszubalancieren, sondern trainieren ganz nebenbei noch die Muskulatur ihrer Füße. 


Das wir Erwachsene nicht alle barfuß laufen, zeigt aber bereits, dass die nackten Füße keine Dauerlösung sein können. Schließlich müssen die Füße nicht nur vor Umwelteinflüssen (wie Nässe oder Kälte) geschützt werden, sondern auch vor drohenden Verletzungen (durch Steine, Glassplitter, etc).



2. Stoppersocken

 

Wenn es um den Schutz vor kalten Füßen geht, ist für die meisten Eltern der Griff zu den allseits bekannten Stoppersocken oft der naheliegendste. Diese passen sich nicht nur wie eine zweite Haut an den Kinderfuß an, sondern halten diesen auch kuschlig warm, weshalb nebenbei erwähnt auch viele Erwachsene nicht mehr auf ihre Haussocken verzichten wollen. 


Was das Laufen-Lernen anbelangt, vermitteln diese Fußwärmer allerdings ein falsches Gefühl von Sicherheit. Denn während die Anti-Rutsch-Funktion der gummierten Noppen vielleicht noch beim einfachen Stehen ihren Zweck erfüllt, trifft sie beim flinken Marschieren schnell an ihre Grenzen. Oder wer ist nicht schon mal mit einem solchen Paar an den Füßen über Parkett und Fließen gerutscht? 


Für Kleinkinder sind diese gripplosen Socken daher keine Option und sollten ab dem Krabbelalter gegen erste Schuhe eingetauscht werden. Schließlich wollen wir es den Kleinen, die sich ohnehin kaum auf den Beinen halten können, nicht noch schwerer machen und die Wahrscheinlichkeit von schmerzhaften Stürzen so weit als möglich reduzieren.




3. Lederpuschen

 

Eine wesentlich bessere Alternative zu den Rutschsocken stellen weiche Lederpuschen dar. Diese verfügen zwar über eine ähnliche Flexibilität wie die Füßlinge, verfügen jedoch über eine wesentlich größere Bremsfläche auf der Schuhunterseite. Denn statt vereinzelter Gummitropfen sorgt hier meist eine durchgängie Wildledersohle für einen angemessenen Halt. 


Manche Hersteller setzen bezüglich der Anti-Rutsch-Funktion sogar noch einen drauf und versehen nicht nur ihre Schuhsohlen mit zusätzlichen Bremspads, sondern platzieren auch auf der Schuhoberseite kleine Stopper im Bildchenformat. Dementsprechend machen Lederschuhe wie diese schon lange vor den ersten Laufübungen Sinn, zumal sie Krabbelkinder ebenfalls vor dem Wegrutschen bewahren.


Aktuell testen wir Lederpuschen von HOBEA Germany.

Das Ergebnis gibt es in Kürze hier.



4. Feste Schuhe

 

Noch trittsicherer als mit Lederpuschen sind kleine Läufer tatsächlich nur mit festen Schuhen unterwegs 
wie wir sie auch als Erwachsene tragen. Diese geben den Kindern nicht nur auf sämlichen Untergründen und Oberflächen einen sicheren Halt, sondern bieten auch eine zusätzliche Fuß-Stabilisation über die stützenden Seitenwände. 


Hier gelangen wir allerdings genau zu dem Punkt, den die Orthopäden bemängeln. Sie fürchten, dass das Fußwachstum des Kindes durch die fixierte Haltung negativ beeinflusst werden könnte. Dem möchten wir nicht widersprechen, geben allerdings zu bedenken, dass der Wechsel zu festem Schuhwerk irgendwann vollzogen werden muss. Da die Kleinen irgendwann aus den heimischen Wänden austreten und die große, weite Welt erkunden wollen, wo sie ihre Füße vor äußeren Einflüssen schützen müssen. 

 

Außerdem kann es bei einer zu späten Gewöhnung an feste Schuhe zu Problemen kommen, wenn das Kind den Schuh nicht mehr als Hilfsmittel zum Laufen, sondern nur noch als Fremdkörper wahrnimmt, der es in seiner Bewegungsfreiheit einschränkt - hier sprechen wir aus eigener Erfahrung.



5. Fazit

Wie unsere vier Varianten zeigen, hat eine jede dieser "Fußmoden" ihre Berechtigung. Die Frage welche die am besten geeigneteste von allen ist, stellt sich daher nicht mehr. Nichtsdestotrotz können Eltern sich anhand ihrer Vor- und Nachteile ein wenig orientieren und entscheiden, für welche Aktivitäten ihr Kind die Schuhe tatsächlich braucht: 

 

Liegt das Baby noch auf der Krabbeldecke, sind dicke Stoppersocken perfekt um für warme Füße zu sorgen. 

Sobald es von der Spielewiese herunter geht, werden rutschfeste Lederschuhe interessant, die sich im Anschluß auch für die ersten Gehversuche eignen. Für größere Kinder, die bereits die Natur erkunden, sollte jedoch zumindest ein Paar feste Schuhe parat stehen, da diese die kleinen Füße am besten vor äußeren Einflüssen schützen.

 

Wir empfehlen einen gesunden Mix aus allem: Lasst Eure Kinder Zuhause ruhig mal barfuß laufen, achtet aber darauf kalte Füße zu vermeiden und wechselt zwischen weichen Schuhen im Haus und festen fürs Freie ab, so können drinnen die Möbel und draußen die Berge bezwungen werden. Denn so wenig sich Gummistiefel für die Tanzfläche eignen, sind Pfennigabsätze im Garten doch weitaus schlimmer - es kann also nicht schaden die Kleinen auf verschiedene Situationen in ihrer Laufkarriere vorzubereiten.