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Papablogger Kevin Silvergieter ist glücklicher Vater und Ehemann. Das besondere daran:
Kevin ist homosexuell. Welche Chancen und Probleme damit für den Drei-Männer-Haushalt
verbunden sind, berichtet der freundliche Schauspieler auf seinem Blog. 

Blog:   papapi.de

Instagram:   @papapi 



Die Mutter im Manne

Wie aus ZWei Männern eine Familie wird (09.10.2017)

 

Wenn Schwule adoptieren

 

Mein Mann und ich haben vor 2 Jahren einen Pflegesohn bei uns aufgenommen. Zwar durften Schwule damals auch schon adoptieren, aber nur als Single und nicht gemeinsam. Dies hat sich nun mit der "Ehe für Alle" geändert. 

 

Für uns kam die Single Adoption allerdings nicht in Frage, da mein Mann und ich 17 Jahre auseinander sind. Er war Single an der Obergrenze und ich ein unvermögender Schauspieler mit unsicherem Einkommen. Damit war das Thema Familie für uns fast schon abgehakt.

 

Ein Kind gewinnen - ein Kind verlieren

 

Doch tief in mir wollte eine Mama geweckt werden - anders kann ich es mir nicht erklären. Denn ich verfolgte ganz beharrlich ein Thema, dessen Grundidee ich eigentlich nicht wollte. Das Problem: Pflegeeltern zu sein bedeutete, das Kind irgendwann wieder in die Herkunftsfamilie zurückzuführen. Eigentlich. 

 

Und obwohl ich mich mit der Vorstellung, das Kind wieder abgeben zu müssen, nicht anfreunden konnte,

vereinbarte ich einen Vorstellungstermin beim Jugendamt. Meinem Mann erzählte ich davon erst, als Absagen unhöflich gewesen wäre (was vielleicht etwas übertrieben ist, aber in der Übertreibung liegt bekanntlich die Veranschaulichung).

 

Es kam wie's kommen musste

 

Scheinbar sollte es aber so sein, denn mitlerweile bleiben Pflegekinder auch auf Dauer in ihren Pflegefamilien und können sogar in manchen Fällen adoptiert werden. So entschieden wir uns dazu ein Pflegekind aufzunehmen. Gut, eigentlich mehr ich, denn mein Mann blieb anfangs noch ein wenig skeptisch, und stimmte dem Ganzen nur mir zu Liebe zu.   

 

Nur so viel: Der Weg war sehr steinig, vor allem emotional. Und oft haben wir in der Überprüfungsphase ans Aufgeben oder Aufhören gedacht... Doch dann kam die Kindermeldung nach unserer Hochzeit und den Flitterwochen: Ein Kind im Heim brauchte dringend neue Eltern und man hielt uns für passend. 

 

Blick Zurück

 

Die erste Zeit (angefangen mit dem Anruf beim Jugendamt) war eine hoch sensible und emotionale Phase.

Im Nachhinein klingt das alles sehr kitschig, aber es hat sich gelohnt! Heute sind wir eine richtige Familie mit allen trotzigen und bockigen Phasen die dazu gehören. Aber hey, ich wollte es ja so! 

"Der Weg war sehr steinig,

vor allem emotional."





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